Anwendungsfelder / Problematiken

Zu den häufigsten mit Psychotherapie behandelbaren Störungen und Krankheiten zählen:

Depressionen als Reaktion auf belastende Lebensumstände (reaktive Depression / Anpassungsstörung), fortgesetzte, z.T. Monate oder Jahre anhaltende depressive Zustände (Dysthymie), aus unbewußten, inneren Konflikten resultierende, neurotische Depression. Als Reaktion auf schwere, aktuelle seelische Traumatisierungen (Überfall, schwerer Verkehrsunfall, Naturkatastrophen etc.) kommt es gelegentlich auch zu einer posttraumatischen Belastungsstörung mit allgemeiner Schreckhaftigkeit, Schlafstörung, wiederkehrenden Albträumen etc.

Spezifische Ängste bspw. vor bestimmten Gegenständen oder Tieren (so genannte einfache Phobie), Ängste vor bestimmten Situationen (bspw. im Kaufhaus oder in der Warteschlange, so genannte soziale Phobie), Angsterkrankungen, die mit einer gesteigerten allgemeinen Ängstlichkeit einhergehen (Angststörung) oder mit anfallsartiger Angst von überwältigender Intensität (Panikstörung). Dazu gehören auch die nicht selten Störungen die mit der Angst vor einer Herzerkrankung verbunden sind (Herzangstneurose). Manchmal sind Angststörungen auch mit der Befürchtung verbunden, "verrückt" zu werden.

Erkrankungen, die dazu führen, dass man bestimmte Handlungen oder bestimmte Gedanken ständig widerholen muss, obwohl man weiß, dass dies im Grunde unsinnig ist, so genannte Zwangserkrankungen. Zwangserkrankungen oder Zwangsstörungen können mit bestimmten ritualisiertem Handlungen verbunden sein (bspw. bestimmte Verrichtungen immer fünfmal oder siebenmal oder immer in einer bestimmten Reihenfolge durchführen zu müssen). Manchmal beziehen sich Zwangsstörungen aber auch auf bestimmte Gedanken, die man sich fortgesetzt machen muss, obwohl man sie für übertrieben oder unsinnig hält (z.B.: wie die Nähte der Kleidung beschaffen sind, oder ob man mit dem Auto einen Unfall verursacht hat, ohne es zu merken). Meistens sind Zwangsstörungen mit Befürchtungen verbunden, etwas Schlimmes könnte passiert sein oder passieren, z.B. man könnte jemanden verletzen oder anstecken, oder jemand könnte sterben, wenn man bestimmte Handlungen unterläßt.

Einen großen Teil der psychogenen Störungen machen die so genanten Persönlichkeitsstörungen aus, dabei handelt es sich meist um im Charakter fest verwurzelte Erlebens- und Verhaltensweisen, die zum Teil zu erheblichen zwischenmenschlichen Beeinträchtigungen und sozialen Nachteilen führen können. Dazu gehören beispielsweise die narzisstischen Persönlichkeitsstörungen, die mit einer übergroßen Kränkbarkeit in sozialen Beziehungen und den daraus folgen Schwierigkeiten verbunden sind, schizoide Persönlichkeitsstörungen, die mit großem Mißtrauen gegenüber Beziehungen im allgemeinen einhergehen, Borderline-Persönlichkeitsstörungen, die durch hochgradige emotionale Instabilität gekennzeichnet sind (manchmal mit der Neigung verbunden, sich selbst körperlich zu verletzen oder anderweitig Schaden zuzufügen), zwanghafte Persönlichkeitsstörungen, die mit Schwierigkeiten wegen ständigen Zweifeln, Perfektionismus, übertriebener Gewissenhaftigkeit, ständigen Kontrollen, Halsstarrigkeit und übertriebener Vorsicht verbunden sein können. Andere Persönlichkeitsstörungen sind die durch Anspannung und Besorgtheit, Unsicherheit und Minderwertigkeitsgefühle gekennzeichnete ängstlich-vermeidende Persönlichkeitsstörung und die durch übergroße Trennungsangst, Gefühle von Hilflosigkeit und Inkompetenz und eine in verschiedenen Lebensbereichen auftretende Kraftlosigkeit gekennzeichnete asthenische (abhängige) Persönlichkeitsstörung.